Landesbischof Ralf Meister für allgemeine Corona-Impfpflicht

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Hannover. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat sich für eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. Angesichts der aktuell dramatischen Pandemie-Situation, „die zunehmend auch wieder geimpfte Menschen gefährdet und die gesellschaftliche Solidarität an die Grenzen der Belastbarkeit führt“, sei eine mit der Impfpflicht verbundene Begrenzung von Freiheitsrechten vertretbar, sagte der Bischof am Donnerstag in Hannover am Rande der evangelischen Landessynode.

„Ich hoffe, dass Politik zügig über diesen Schritt nachdenkt“, betonte Meister, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist. Eine Impfpflicht sei ein „deutliches Zeichen für den Gemeinsinn“, das einzig die Politik setzen könne.

Noch vor wenigen Monaten sei er zuversichtlich gewesen, dass die Impfquote mit flächendeckenden Impfangeboten und ausdauernder Überzeugungsarbeit weit über 80 Prozent der Menschen erreichen würde, sagte Meister. Diese Hoffnung habe sich nicht bestätigt. Auch deshalb sei eine Impfpflicht „wahrscheinlich der einzige Weg“.

Zugleich mahnte der Bischof, dass die Rolle der Kirchen in der Impfdebatte sich nicht nur auf den Ruf nach gesellschaftlicher Solidarität und die Bereitschaft zur Impfung beschränken dürfe. Zugleich müssten Menschen ernstgenommen und begleitet werden, die der Impfung noch ängstlich oder skeptisch gegenüberstünden. „Unsere Verantwortung liegt auch darin, einer weiteren gesellschaftlichen Spaltung entgegenzuwirken“, unterstrich Meister.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen

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Landesbischof Ralf Meister. Foto: J. Schulze
Landesbischof Ralf Meister. Foto: J. Schulze