Die Theologin Johanna Reimers wird neue Superintendentin des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Winsen (Luhe). Die Kirchenkreissynode wählte die 41-Jährige am Donnerstagabend, 28. Mai, im ersten Wahlgang in das leitende Amt. Reimers war als einzige Kandidatin zur Wahl vorgeschlagen gewesen und wird nun Nachfolgerin von Superintendent Christian Berndt, der das Amt gesundheitsbedingt niederlegen musste.
„Ich habe Lust, den Kirchenkreis Winsen zu gestalten und gemeinsam mit den Menschen vor Ort zukunftsfähig aufzustellen“, sagte Reimers nach ihrer Wahl. Besonders wichtig sei ihr, dass Haupt- und Ehrenamtliche ihre Arbeit mit Freude und Zuversicht gestalten können.
Reimers ist derzeit Pastorin in der Kirchengemeinde Bardowick sowie Mitglied des Kirchenkreisvorstandes und der Synode im Kirchenkreis Lüneburg. Dort hat sie in den vergangenen Jahren insbesondere als Mitdenkerin im Stellenplanungs- und Strukturausschuss wichtige Impulse gesetzt und die Entwicklung des Kirchenkreises mitgestaltet.
Theologin mit Blick für Menschen und Strukturen
Die gebürtige Walsroderin studierte Evangelische Theologie in Göttingen und Jerusalem. In Bardowick engagierte sie sich unter anderem intensiv in der Flüchtlingsarbeit und trug dazu bei, dass viele Ehrenamtliche über dieses Engagement Anschluss an die Kirchengemeinde fanden. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Begleitung und Förderung junger Menschen.
In den vergangenen Jahren engagierte sich Reimers zudem als Mentorin für angehende Pastorinnen und Pastoren. Aktuell absolviert sie eine Weiterbildung zur Systemischen Beraterin. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Söhnen.
Regionalbischöfin Marianne Gorka, stellvertretende Vorsitzende des Wahlausschusses, zeigte sich nach der Wahl erfreut: „Johanna Reimers wird die Runde der Superintendentinnen und Superintendenten im Sprengel mit ihrem klaren theologischen Profil und ihrer besonnenen, integrativen Art bereichern. Ich bin zuversichtlich, dass sie den Kirchenkreis Winsen mit Kompetenz und Herz begleiten und wichtige Impulse für Kirche und Gemeinde setzen wird.“
Auch im Kirchenkreis Lüneburg wird die Wahl mit Freude, aber ebenso mit Wehmut aufgenommen. „Für die Kirchengemeinde Bardowick ist das ein Verlust – und für den Kirchenkreis Lüneburg ebenso“, heißt es aus dem Kirchenkreis. „Diese Lücke wird erst einmal zu schließen sein.“
Das Amt der Superintendentin
Superintendent:innen sind in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers die leitenden Geistlichen eines Kirchenkreises. Zu den Aufgaben gehören vor allem die Begleitung der Kirchengemeinden, die Dienstaufsicht über Pastor:innen und Mitarbeitende, die Vertretung des Kirchenkreises nach außen sowie die Gestaltung kirchlicher Entwicklungen vor Ort. Superintendent:innen moderieren Prozesse, führen Visitationen durch und tragen Verantwortung für die Umsetzung kirchlicher Beschlüsse im Kirchenkreis.
Der Begriff Superintendent stammt aus dem Lateinischen: superintendens bedeutet „aufschauend, überblickend, beaufsichtigend“. In der Reformation wurde der Titel für diejenigen eingeführt, die „von oben her“ den Überblick über mehrere Gemeinden behalten und ihren Dienst ordnen sollten – ähnlich einem bischöflichen Amt, aber regional begrenzt und stärker seelsorglich-praktisch ausgerichtet.
Text: Öffentlichkeitsarbeit Sprengel Lüneburg
Foto: D. Siemermann, Kirchenkreis Winsen/Luhe.

