Musical "Mirjam" begeistert in der EMPORE Buchholz

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Am Samstag führten etwa 70 Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Musical "Mirjam" in der Buchholzer EMPORE auf. Es war ein voller Erfolg.

Sternenhimmel über einem Brunnen vor den Toren Jerusalems. Früh am Morgen begegnen sich unterschiedliche Frauen, schöpfen Wasser, erzählen und hören einander zu. Es ist das Jahr 60 nach Christus. Was zunächst wie eine alltägliche Szene beginnt, entwickelt sich in dem Musical „Mirjam“ zu einer großen Reise durch ein bewegtes Frauenleben, durch Leid, Hoffnung, Liebe und die Suche nach der eigenen Würde. Das Musical „Mirjam“ begeisterte am Samstag die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Empore Buchholz

Das generationsübergreifende Projekt der Ev.-luth. St.-Paulus-Kirchengemeinde Buchholz und der Ev. Jugend Buchholz mit etwa 70 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verbindet eine biblische Geschichte mit einer gegenwärtigen Frage: Was geschieht, wenn ein Mensch nicht mehr durch die Zuschreibungen anderer definiert wird, sondern seine eigene Geschichte erzählen darf? Im Mittelpunkt steht Maria Magdalena, die hier Mirjam genannt wird. Sie erzählt den Frauen am Brunnen von ihrer Kindheit, von ihrem Schicksal und von ihrem Leben als Prostituierte. Vor allem aber erzählt sie von ihrer Begegnung mit Jesus, durch dessen bedingungslose Zuwendung sich ihr Leben verändert.

Besonders die beiden Hauptdarsteller berühren

Mattis Kuk verkörpert Jesus mit einer bemerkenswerten Menschlichkeit. Man nimmt ihm sein Leid, seine Freude und vor allem seine große Liebe für jeden einzelnen Menschen ab. Jesus wird hier nicht zur entrückten Ikone, sondern zu einem Menschen, dessen Zugewandtheit unmittelbar spürbar wird. Dabei stand der 25-jährige Student zuvor noch nie auf der Bühne. „Die Regisseurin Ulrike Barz-Murauer hat uns Schauspiel und Gesang so gut vermittelt, dass wir unsere Rolle wirklich fühlten und es ganz einfach war. In letzter Zeit habe mich sehr auf mein Studium konzentriert, da blieb wenig Zeit für Kreativität. Aber ich möchte unbedingt damit weitermachen“, sagt Mattis Kuk.

Luna Klee bezaubert als Mirjam mit ihrer wunderschönen Stimme und großer Ausdruckskraft. Ihre Figur durchlebt extreme Situationen, ohne dabei zur Leidensfigur zu werden. Klee lässt immer wieder jene innere Kraft aufscheinen, die Mirjam schließlich befähigt, ihre eigene Geschichte selbst zu erzählen.

Eine besondere emotionale Tiefe erhält das Stück durch die Begegnung verschiedener Lebensalter. Julika Schmedje beeindruckt als alte Mirjam durch ihre Wärme und Glaubwürdigkeit. Demgegenüber besticht Antonia Maria Barz-Murauer als kleine Mirjam durch eine wunderbare kindliche Wahrhaftigkeit.

Regisseurin Ulrike Barz-Murauer schafft auf der Bühne genau das, wovon „Mirjam“ erzählt: Jeder Mensch wird gesehen, jeder wird gehört, jeder darf sich zeigen. Sie gibt ihren Darstellerinnen und Darstellern Raum, um Persönlichkeit zu entwickeln und sichtbar zu werden. Sie schafft es, aus vielen einzelnen Menschen ein Ensemble zu machen und Gemeinschaft zu stiften. Und immer wieder dreht es sich dabei um die Rolle der Frau in Kirche und Gesellschaft.

Musikalisch und visuell wird diese Gemeinschaft durch den Kinderchor, Tanzeinlagen und Lichteffekte getragen. Besonders eindrucksvoll sind die Projektionen von Finn Piwecki, die zu einem eigenständigen visuellen Erzähler werden. Die Kostüme von Adelheid Egge-Berthau sind schlicht und farbenfroh unterstützen die Authentizität der Charaktere.

Geschrieben wurde „Mirjam“ von Ulrike Barz-Murauer, Pastor i.R. Michael Wabbel und Dieter Hinsch und 2003 zum ersten Mal aufgeführt. „Das Musical ist mehr als die Nacherzählung einer biblischen Geschichte. Es ist ein Plädoyer für Würde, Zugehörigkeit und die Kraft der Gemeinschaft mit einem starken Gedanken, der über den Abend hinausgeht: Jeder Mensch hat eine Geschichte. Jeder Mensch hat eine Stimme. Und jeder Mensch verdient es, gesehen zu werden“, sagt Ulrike Barz-Murauer.

Dass ein solches Projekt überhaupt realisiert werden konnte, ist auch der Unterstützung der Heinrich-Dammann-Stiftung, der Hanns-Lilje-Stiftung, der Ev. Landeskirche Hannovers und der Stadt Buchholz zu verdanken. Diese Förderung ermöglicht ein Theaterprojekt, das kulturelle, soziale und kirchliche Arbeit miteinander verbindet.

 

 

 

 

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Frauen am Brunnen mit Mirjam in der Mitte. Foto: C.Wöhling
Frauen am Brunnen mit Mirjam in der Mitte. Foto: C.Wöhling
Alle Darstellerinnen und Darsteller singen den Schluss-Song des Musicals.Foto: C.Wöhling
Alle Darstellerinnen und Darsteller singen den Schluss-Song des Musicals. Foto: C.Wöhling
Mattis Kuk spielte Jesus im Musical. Foto: C.Wöhling
Mattis Kuk spielte Jesus im Musical. Foto: C.Wöhling