Weihnachtsoratorium in Tostedt

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Tipp unseres Kreiskantors Kai Schneeweiß: "Das Weihnachtsoratorium gehört zu Weihnachten einfach dazu. Der Kartenvorverkauf für die Vorstellung in Tostedt am 8. Dezember hat begonnen."

"Seit August probe ich mit der Tostedter Johanneskantorei nun schon und am Sonnabend, 8. Dezember, ist es endlich soweit: Um 19 Uhr beginnt das Konzert mit dem Weihnachsoratorium von Johann Sebastian Bach", sagt Kreiskantor Kai Schöneweiß. Eintrittskarten zum Preis von 20,15,10 oder 5 Euro können Sie bei Buch und Lesen (Unter den Linden 16) in Tostedt kaufen oder an der Abendkasse.

Das Weihnachtsoratorium gehört zu Weihnachten dazu

Kai Schöneweiß sagt: "Festliche Klänge mit Pauken und Trompeten und dann der ganze Chor gemeinsam singend „Jauchzet, frohlocket“ – so beginnt das großartige Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Für viele Menschen gehört diese Musik einfach zum Weihnachtsfest dazu. 

So geht es mir natürlich auch. Egal ob ich die Klänge im Konzert als Mitsänger oder als Zuhörer genießen kann die Musik lässt einen danach erstmal nicht wieder los. Es gibt so viele tolle „Gänsehautstücke“ – ich kann mich nie für einen Ohrwurm entscheiden, sondern habe danach immer eine handvoll.  

Meine bisherigen Begegnungen mit der Musik

Schon in der Schulzeit bin ich mit dem Werk in Berührung gekommen. Als ich dann mein Kirchenmusikstudium aufgenommen habe, gab es immer wieder einzelne Aspekte aus dem Weihnachsoratorium, die mich beschäftigten: im Orchesterleitungssunterricht, wenn man ein Rezitativ und eine Arie dirigieren muss; in der musikalischen Analyse, wenn man die Chorsätze analysiert; im Chorleitungsunterricht, wenn man mit der Gruppe etwas proben darf; oder im Gesangunterricht, wenn man sich selber an einer Arie versucht – es gibt viele Berührungspunkte. 

So hat sich bei mir die Lust gesteigert, das Werk endlich mal im Zusammenhang zu musizieren. 

Aus der Kantoreiprobe

Seit August proben wir nun in der Johanneskantorei jeden Dienstag etwas aus dem Weihnachtsoratorium. Und als ich vor der Sommerpause ankündigte, dass wir uns dieses Jahr noch mit diesem Werk beschäftigen werden, habe ich viele leuchtende Augen gesehen. Und es macht einfach Freude, wenn ich wöchentlich bei den vielen Chorstücken, die das Werk zu bieten hat, in leuchtende Augen schauen kann. Und genau wie mir, geht es auch den Sängerinnen und Sängern: das eine Stück liegt einem mehr am Herzen das andere etwas weniger. So kann bestimmt jeder der Mitwirkenden seine persönlichen Highlights nennen. 

Meine persönlichen Highlights

Natürlich gehört „Jauchzet, frohlocket“ der erste Satz des Oratoriums zu meinen Lieblingsstücken: Besonders die Stelle „Lasset das Zagen, verbannet die Klage“ – hier hört man richtig das freudige Lachen über die Geburt Christi. 

Von den kleineren Chorstücken gefällt mir der Choral „Brich an, o schönes Morgenlicht“ ganz besonders. Dieser kommt nachdem der Evangelist (der „Erzähler“) von der Erscheinung des Engels bei den Hirten auf den Feldern vor Bethlehem erzählt. Der folgende Choral kommentiert das Geschehen mit grandioser Musik – so schlicht und doch zu vielsagend.

Bei den Arien, also den Stücken der Solisten, berührt mich immer wieder aufs Neue die Arie am Ende des dritten Teils. Die Altistin, die als Stimme von Maria interpretiert werden kann, singt von der Geburt Christi: „Schließe (...) dies selige Wunder, fest in deinem Glauben ein! Lasse dies Wunder (...) immer zur Stärke (...) sein.“ Bach vertont diesen Text sehr schwingend. Ich habe vor Augen, wie Maria ihr Kind wiegt. Diesen intimen Charakter verstärkt die kleine Besetzung: nur Solovioline, Cello und Orgel begleiten die Solistin. 

Für mich ist sind es oft die leisen Stellen, die die Musik besonders machen. Lassen Sie sich einladen und entdecken Sie ihre Lieblingsstelle bei unserm Konzert am 8. Dezember!"

Text und Fotos: Kai Schöneweiß.

 

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Plakat des Weihnachtsoratoriums in Tostedt. Foto: K. Schöneweiß
Plakat des Weihnachtsoratoriums in Tostedt. Foto: K. Schöneweiß
Ein Stern. Foto: K. Schöneweiß
Ein Stern. Foto: K. Schöneweiß