Pastor Bernd Vogel verabschiedet sich aus Jesteburg

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Nach einem Bonhoeffer-Musical hält Bernd Vogel den Gottesdienst um 16.00 Uhr.

„Was sind 37 Jahre im Pastorenberuf gewesen? In wenige Worte gebracht: Das Blitzen in den Augen von Jugendlichen, wenn eine Erkenntnis ins Hirn fährt, das verzweifelte Vertrauen von manchen trauernden Menschen, Gespräche über Gott und die Welt in Iona, in Israel oder Taizé, Gottesdienste, in denen der Geist weht, Predigten schreiben, halten und diskutieren ...“ Pastor Dr. Bernd Vogel nimmt Abschied aus dem Berufsleben. 

Am Sonntag, 26. Mai um 16.00 Uhr wird er in Jesteburg im Gottesdienst entpflichtet. Für 13.00 Uhr lädt die Kirchengemeinde zu einem Musik-Theater in die St. Martins-Kirche ein. In „Bonhoeffers große Liebe“ mit Klavier, Gesang und szenischen Auftritten der Theologin und Künstlerin Miriam Kuellmer-Vogt geht es um Dietrich Bonhoeffer und seine Braut Maria von Wedemeyer. Nach dem Gottesdienst, gegen 17.30 Uhr, folgt ein Empfang mit Grill-Buffet und Musik.

Vogel studierte Theologie in Göttingen, Heidelberg und Edinburgh. Nach zwei Jahren als Gemeindepastor in Neuenkirchen bei Soltau, teilten sich seine Frau Elisabeth Michalek-Vogel und er 23 Jahre in Gimte bei Hann. Münden eine Pastorenstelle, damals eine landeskirchliche Pflicht für Pastoren-Ehepaare. Es folgten sechs Jahre in Lüneburg als Schulpastor sowie als Mentor für Studierende der Religionspädagogik an der Universität Lüneburg. Höhepunkte, die nachwirkten, waren Studienreisen nach Israel und Palästina. 

Bernd Vogel engagierte sich in der Lektoren- und Prädikantenarbeit und in der Erwachsenenbildung. Namhafte Referierende wie Ruth-Alice von Bismarck, Heino Falcke, Fulbert Steffenski kamen zu Gesprächsreihen und Friedenswochen. 2006, zu Bonhoeffers 100. Geburtstag, erschien von Bernd Vogel: „Glauben lernen. Auf Spurensuche bei Dietrich Bonhoeffer“. Mit einer Kollegin veröffentlichte er „Werkbuch Paulus“ und „Glaubenskurs mit Dietrich Bonhoeffer“. Das vorläufig letzte Buch erschien 2021: „Wenn ein Mensch wie Jesu gelebt hat … Dietrich Bonhoeffers Rede von Jesus Christus für uns heute.“ 2018 promovierte er mit einer religionspädagogischen Arbeit zu Dietrich Bonhoeffer. 

Konzentration auf Gottesdienst, Erwachsenenarbeit und die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden prägten die Jahre in Jesteburg. „Höhepunkte waren für mich immer die Gemeindefahrten. Sie führten nach Berlin, nach Schottland und nach Taizé, mit Jugendlichen und mit Erwachsenen. „Unsere Gespräche in Jesteburg gehen seitdem darüber, was unser Glaube für unser persönliches und politisches Engagement im Sinne einer lebenswerten Zukunft für die kommenden Generationen bedeutet.“ 

Vogel sieht einen Grund für die Krise der Großkirchen in einer inhaltlichen Schwäche. Aus der Person Jesus Christus werde in vielen Predigten ein Vorbild, ein Beispiel, ein Weisheitslehrer aus einer vergangenen Zeit.  In der Kirche ginge es aber im Sinne der Bibel um eine höhere Zuversicht, Klarheit, Verbundenheit und von hier aus um Orientierung im Hier und Jetzt. In einer Kultur der Ich-Bezogenen, die alle um ihre „Identität“ besorgt sind, provoziert die Rede von Jesus Christus “, sagt Vogel. „Das muss die Kirche in Kauf nehmen, statt ihre Botschaft falsch anzupassen.“

Was macht der Pastor im Ruhestand? Erst mal die neue Situation annehmen. Weiterhin eine „theologische Existenz“ bleiben.  „Theologie gehört zur Schönheit des Lebens“, meint der scheidende Pastor.  Vielleicht gibt es demnächst von ihm wöchentliche Predigtimpulse. Im Moment überwiegt den Abschiedsschmerz die Dankbarkeit für 37 glückliche Jahre im Amt des Pastors, die letzten fünf Jahre in Jesteburg St. Martin. 

 

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Bernd Vogel auf einer seiner Reisen in Irland. Foto: B. Vogel
Bernd Vogel auf einer seiner Reisen in Irland. Foto: B. Vogel