"Miteinander reden": Diakoniesonntag in Tostedt

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Zum Thema „Miteinander reden“ waren Susanne Löwe, Lehrerin an der Hauptschule am Düwelshöpen in Tostedt, und Helge Johannsen, Geschäftsführer des Herbergsverein, Altenheim und Diakoniestation zu Tostedt, am Diakoniesonntag bereit, den Menschen aus ihrem Arbeitsfeld eine Stimme zu geben. Sie berichteten in der Tostedter Johanneskirche, wie sie die Situation der Kinder und Jugendlichen und der alten Menschen erleben. 

„Es macht sehr betroffen zu hören, wie Helge Johannsen erzählte, dass die Bewohnerinnen und Bewohner keinen körperlichen Kontakt zu ihren Angehörigen, und sei es der Ehepartner, haben dürfen“, sagte Pastorin Gudrun Junge von der Ev.-luth. Johanneskirchengemeinde Tostedt. Das sei nur schwer auszuhalten und fordere viel Kraft, so Johannsen. Die gesamte Situation im Haus habe sich verändert, da alle Abstand halten müssten, und die Verantwortung der Pflegekräfte und Angehörigen sei groß, Rücksicht zu nehmen und sich und andere zu schützen. Auch Susanne Löwe erzählte, dass Schülerinnen und Schüler Angst vor diesem unsichtbaren Corona-Virus haben. „Sie haben noch nie eine solche Pandemie erlebt und ihre Sorge gilt nicht unbedingt ihnen selbst, sondern ihren Eltern und Großeltern. Die wollen sie nicht anstecken und davor haben sie Angst“, sagte Gudrun Junge. Außerdem sei es, so Susanne Löwe, eine Herausforderung, mit Abstand zu unterrichten und dafür zu sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler in ihren Gruppen – Cohorten genannt  - bleiben und außerhalb des Klassenraumes den Mund-Nasen-Schutz tragen. Zumal dann an der Haltestelle und im Schulbus wieder alle auf engem Raum zusammen sind. 

Etwas Gutes und eine Chance sahen die beiden aber auch in dieser Krise und Problematik. Sie betonten, dass sie beeindruckt davon sind, wie in unserer Gesellschaft Menschen bereit sind, auf Andere, auf Schwächere Rücksicht zu nehmen und das schon über den langen Zeitraum seit März. Da habe sich ein Klima verändert und man merke, wie gut es ist, einander zu haben – auch wenn das natürlich Konflikte mit sich bringen kann. „So endete dieser Gottesdienst doch mit einem positiven Ausblick, dass es gut ist zu merken, wie Menschen füreinander sorgen und ihren Mund auf tun für die Schwachen. So lassen sie etwas von Gottesgerechtigkeit durchscheinen in unsere Welt, setzen sich ein für die Jungen und für die Alten und füreinander“, sagte Gudrun Junge.  

Musikalisch begleiteten Maria Goitowsi (Gesang) und Kai Schöneweiß (Klavier) mit modernen Liedern diesen Gottesdienst und nahmen das Thema auf z.B. mit dem Lied: „Gut, dass wir einander haben.“

 

 

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Helge Johannsen und Susanne Löwe in der Tostedter Johanneskirche. Foto: K. Schöneweiß
Helge Johannsen, Geschäftsführer des Herbergsverein, Altenheim und Diakoniestation zu Tostedt, und Susanne Löwe, Lehrerin an der Hauptschule am Düwelshöpen in Tostedt. Foto: K. Schöneweiß