Konventstag in Sandbostel.

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Den diesjährigen Konventstag nutzten die Mitglieder der Kirchenkreiskonferenz zu einem Besuch im ehemaligen Kriegsgefangenenlager Sandbostel. Der Friedenspädagoge Michael Freitag-Parey und sein Mitarbeiter führten sie in die Geschichte des Lagers ein und zeigten ihnen das ehemalige Lagergelände und historische Gebäude. Auch Ivar Buterfas-Frankenthal, Holocaust-Überlebender und Bundesverdienstkreuzträger, war mit dabei. Er hatte sich seinerzeit maßgeblich für den Schutz und die Errichtung einer Gedenkstätte im ehemaligen Kriegsgefangenenlager in Sandbostel eingesetzt. Nachdem Buterfas-Frankenthal Gast des letztjährigen Pogrom-Gottesdienstes im Kirchenkreis Hittfeld war, hatten Superintendent Dirk Jäger und Buterfas-Frankenthal die Idee, einen Konventstag im ehemaligen Kriegsgefangenenlager zu organisieren. 

Nach einer Begrüßung durch Dr. Klaus Volland, Vorstandsvorsitzender des Gedenkstättenvereins Sandbostel, besichtigten die Diakone und Pastoren des Kirchenkreises Hittfeld das Gelände. Dann ging es weiter zum Bibelgarten in Horstedt, zur Kräutergärtnerei Rühlemann und zum Abschluss ins Mühlencafé in Ohlendorf.

Das Kriegsgefangenenlager Sandbostel (Informationen von der Internetseite https://www.stiftung-lager-sandbostel.de )

Ende September 1939 brachte die Wehrmacht die ersten 3000 polnischen Kriegsgefangenen in das kurz zuvor, nahe des niedersächsischen Dorfes Sandbostel eingerichtete Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager (Stalag) Sandbostel.

Bis zur Befreiung am 29. April 1945 durchliefen mehrere Hunderttausend Gefangene aus der ganzen Welt das Lager. Ihre Behandlung war in völkerrechtlichen Verträgen geregelt, doch waren Verstöße bei allen Gefangenengruppen an der Tagesordnung.
Den sowjetischen Soldaten, die ab Oktober 1941 nach Sandbostel kamen, verweigerte die Wehrmacht aus ideologischen Gründen jeglichen Schutz durch das Völkerrecht. Tausende von ihnen starben an Hunger und Krankheiten.Eine der zentralen Aufgabe des Kriegsgefangenenlagers war die Bereitstellung von Arbeitskräften. Bisher sind über 1.100 Arbeitskommandos im gesamten Elbe-Weser-Dreieck bekannt.

Im April 1945 deportierte die SS etwa 9500 Häftlinge aus dem Hauptlager und aus Außenlagern des KZ Neuengamme nach Sandbostel. Etwa 3000 von ihnen starben an Seuchen, an Erschöpfung oder durch Gewalttaten der Wachmannschaften.

Nach der Befreiung durch die britische Armee am 29. April 1945 und umfangreichen Rettungs- und Versorgungsmaßnahmen wurde das Lager zunächst als britisches Internierungslager genutzt, anschließend als Gefängnis, als Lager für DDR-Flüchtlinge, als Bundeswehrdepot und als Gewerbegebiet. Seit 2007 ist ein Teil des Geländes Gedenkstätte.

 

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Besichtigung des Lagers Sandbostel. Foto: C.Wöhling
Friedenspädagoge Michael Freitag-Parey erläutert die Geschichte des Lagers Sandbostel. Foto: C.Wöhling
Besichtigung in Sandbostel. Foto: C.Wöhling
Auf den Personalkarten hatten die Gefangenen als Beruf oft "Bauer" angegeben in der Hoffnung, so in der Landwirtschaft eingesetzt werden zu können.
Ivar Buterfas-Frankenthal war auch mit beim Konventstag dabei. Foto: C.Wöhling
vlnr: Superintendent Dirk Jäger, ein Mitarbeiter von Michael Freitag-Parey, Ivar Buterfas-Frankenthal, Friedenspädagoge Michael Freitag-Parey und Dr. Klaus Holland. Foto: C.Wöhling
Die Kräutergärtnerei Rühlemann in Horstedt. Foto: C.Wöhling
Die Kräutergärtnerei Rühlemann in Horstedt. Foto: C.Wöhling
Im Mühlencafé in Ohlendorf. Foto: C.Wöhling
Im Mühlencafé in Ohlendorf. Foto: C.Wöhling
Im Bibelgarten in Horstedt. Foto: C.Wöhling
Im Bibelgarten in Horstedt. Foto: C.Wöhling