Kirchenkreis Hittfeld gedenkt der Pogromnacht von 1938

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Zur Erinnerung an die Terror-und Pogromnacht von 1938 lädt der Ev.-luth. Kirchenkreis Hittfeld am Montag, 9. November, zu einem Gottesdienst in die Meckelfelder Kirche. Aufgrund der Corona-Pandemie findet der Gedenkgottesdienst in diesem Jahr in einem kleineren Rahmen statt. Besucher werden gebeten, sich vorab per mail anzumelden und eine Mund- und Nase-Bedeckung zu tragen.

„Wir erinnern an die Terror- und Pogromnacht von 1938, in der Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand gesteckt, Menschen jüdischen Glaubens ermordet und Zahllose verschleppt und gefoltert wurden. Es ist eine tiefe Zäsur in der Geschichte unseres Landes und in der Beziehung zwischen Juden und Christen. Nur wenn die Erinnerung bleibt, können wir die Gegenwart verstehen und der Zukunft eine beherzte, menschliche Bahn geben“ sagt Pastor Peter M. Schwarz von der Ev.-luth. Kirchengemeinde Meckelfeld. „Die Corona-Pandemie lässt uns nur einen kleinen Rahmen zu. Aber in diesem Jahr kommt es einfach darauf an, Gedächtnis und Gebet nicht zu übergehen.“

Der Gottesdienst unter dem Titel „Unter aller Augen“ kehrt in diesem Jahr in die Meckelfelder Kirche zurück, wo er 20 Jahre lang seine Heimat hatte. „Es geht um ein zivilisatorisches Bekenntnis. Die Kirche ist der richtige Ort, sie ist so etwas wie das Langzeitgedächtnis einer Kultur.“

 In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in Deutschland Synagogen und jüdische Einrichtungen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört und geplündert, Mitbürger jüdischen Glaubens verschleppt, gefoltert und ermordet. Die sogenannte „Kristallnacht“ zeigte, wozu Menschen fähig sind und war nur eine Station auf dem Weg zur Vernichtung der Juden. Der 9. November 1938 steht für den Beginn der systematischen Jugendverfolgung und -vernichtung. Er steht für das Versagen allergrößter Teile der Zivilgesellschaft, einschließlich der Kirchen. 

Superintendent Dirk Jäger sagt: „Die aktuelle Corona-Lage lässt es nicht zu, dass wir diesen 82. Jahrestag der Pogromnacht zusammen mit vielen Vertretern der Zivilgesellschaft begehen, auch Schüler und Lehrkräfte, die den Gottesdienst in den letzten Jahren mit uns vorbereitet haben, werden nicht dabei sein können. Trotzdem wollen wir das Signal setzen, wie wichtig uns dieser Tag ist, und was wir aus dem damaligen Geschehen für unser heutiges gesellschaftliches Miteinander lernen müssen.“ 

Der Gottesdienst findet statt am Montag, 9. November, um 18 Uhr in der Meckelfelder Kirche, Glockenstraße 5. Der Kirchenkreis bittet alle Teilnehmer um Voranmeldung per E-Mail unter anmeldung@kirchengemeinde-meckelfeld.de und um das Mitbringen einer Mund-Nase-Bedeckung.

 

BU. Plakat des Gottesdienstes. Plakat: P. Schwarz 

 

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Plakat: P. Schwarz
Plakat: P. Schwarz