Ev. Jugend Neu Wulmstorf-Elstorf gewinnt Fundraising-Preis.

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Mit ihren "Liebesattacken" gewinnt die Ev. Jugend Neu Wulmstorf-Elstorf den Fundraising-Preis der Ev. Landeskirche Hannovers in der Kategorie "Nachhaltigkeit". Er ist mit 2.500 Euro dotiert.

Mit ihren „Liebesattacken“ gewinnt die Ev. Jugend Neu Wulmstorf-Elstorf den 8. Fundraising-Preis der Ev. Landeskirche Hannovers in der Kategorie „Nachhaltigkeit“. Er ist mit 2.500 Euro dotiert„Wow, das gibt es ja gar nicht! Das war unser erster Gedanke, als wir gewonnen haben, und wir können es auch immer noch nicht so richtig glauben. Der absolute Wahnsinn! Aber eins steht fest: Mit dem Geld wollen wir den Gabenzaun unterstützen, ein Dankeschön-Essen für die Helfer organisieren und unsere nächste Liebesattacke planen“, sagt Alina Menne vom Team der Ev. Jugend Neu Wulmstorf-Elstorf. Auch Superintendent Dirk Jäger gratuliert den Jugendlichen und freut sich sehr über die Prämierung: „Ein Projekt, das zeigt, wie Glauben und Handeln zusammengehören – tolle Idee mit stimmiger Umsetzung. Mit Herz und Hand zu einer ‚Liebesattacke‘ aufbrechen, ist richtig gut evangelisch und vielfacher Nachahmung empfohlen.“

Für ihre „Liebesattacken“ hatten Jugendliche im Februar diesen Jahres 207 Tüten mit gut erhaltener Bekleidung und Schuhen ihrer Eltern sowie mit Decken und Schlafsäcken für Obdachlose an den „Hamburger Gabenzaun“ gebracht. Von der Kollekte ihres Jugendgottesdienstes kauften sie Hygieneartikel, Shampoo, Zahnpasta, Zahnbürsten und Toilettenpapier und gaben sie an die Obdachlosen, mit denen sie auch ins Gespräch kamen (wir berichteten, Pressemitteilung vom Februar weiter unten.)

Die Ev. Jugend ist in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ der einzige Preisträger. Arend de Vries, Geistlicher Vizepräsident des Landeskirchenamtes und Jury-Vorsitzender sagte bei der Preisverleihung: „Die Jugendlichen sind der Not von Obdachlosen mit einer sozialen Aktion begegnet. Sie haben sich Jesus Christus und seine Liebe für Benachteiligte, für Menschen am Rande der Gesellschaft zum Vorbild genommen. Sie gaben ihnen Kleidung, brachten ihnen wichtige Hygieneartikel und kamen mit ihnen ins Gespräch. Das ist wirklich eine Liebesattacke. Ich bin gespannt, was sie sich für dieses Jahr überlegen. Aber sie haben den Nachhaltigkeitspreis und 2.500 Euro im Gepäck.“

Zum ersten Mal fand das Fundraising-Festival der Ev. Landeskirche als Live-Stream am Sonnabend statt. Insgesamt hatten sich 17 Kirchengemeinden, Stiftungen, Vereine und Einrichtungen für den Fundraising-Preis 2020 beworben. Fünf Preise wurden mit insgesamt 10.000 Euro in den Kategorien „Kreativität“, „Konzept“ und „Nachhaltigkeit“ verliehen. Die Preisträger wurden am Sonnabend jeweils vor Ort von Jury-Mitgliedern und hauptamtlichen Fundraising-Mitarbeitenden mit einer Trophäe und einer Live-Schaltung überrascht. Für die Ev. Jugend übergab Jury-Mitglied Gerhard Tödter die Trophäe und Urkunde an die Kirchenkreis-Fundraiserin Carolin Wöhling, die die Jugendlichen begleitet hatte. „Selten hatten wir ein so uneigennütziges, diakonisches Projekt wie die „Liebesattacke“ als Bewerber. Für uns war die Uneigennützigkeit der Jugendlichen und Nachhaltigkeit des Projektes ausschlaggebend. Eine starke Truppe“, sagte Gerhard Tödter.

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  1. Hier ein Zusammenschnitt der Preisverleihung auf YouTube:

https://youtu.be/A5wAOUbWzDk

  1. Die Pressemitteilung der Ev. Landeskirche Hannovers

https://www.kirchliche-dienste.de/Aktuelles/aktuelles_2020/september_2020/2020-09-20-Fundraising-Preis

  1. INFO-Block – Alle fünf Preisträger

Der Kreativitätspreis mit 2.500 Euro ging an das Projekt „Sag‘ mal Klettergerüst“ der Emmaus-Kindertagesstätte aus Langenhagen.

Zwei Orgel-Projekte teilen sich den Konzeptpreis mit insgesamt 4.000 Euro: das Projekt „In neuem Glanz erstrahlen. Orgel- und Innenraumsanierung“ der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Pankratius aus Burgdorf und das Projekt „Ein Herz für unsere Orgel“ der Ev.-luth. Kirchengemeinde Ilten, Bilm, Höver.

Die Gewinner des Nachhaltigkeitspreises ist die Ev. Jugend Neu Wulmstorf-Elstorf mit dem Projekt „Liebesattacke Hamburger Gabenzaun – 207 Tüten für Obdachlose.“

Der Sonderpreis der Jury mit 1.000 Euro ging an die Paulz-Stiftung in Buxtehude für ihre Spendenaktion „Den Himmel öffnen – Segenssterne leuchten.“

Im Februar berichteten wir über die Aktion mit dieser Pressemitteilung:

Jugendliche helfen Obdachlosen mit „Liebesattacken“.
207 Tüten für den Hamburger Gabenzaun gepackt.

Sie packen dicke Pullover, wetterfeste Jacken, Hosen, Decken und Schlafsäcke in transparente Tüten. Auf jede Tüte wird ein Zettel mit dem genauen Inhalt geklebt. 207 Tüten haben Jugendliche der Evangelischen Jugend Neu Wulmstorf-Elstorf in dieser Woche im Gemeindehaus gepackt - für Obdachlose in Hamburg. Sie nennen ihre Aktion „Liebesattacken“. Zum ersten Mal bringen sie die Tüten sowie Hygieneartikel am 20. und 28. Februar zum „Hamburger Gabenzaun“ am Heidi-Kabel-Platz hinter dem Hauptbahnhof. „Die Jugendlichen sehen in Jesus ein Vorbild, der genau da war, wo kein anderer war und wo Hilfe nötig war. Sie wollen den Obdachlosen helfen, davon erzählen und andere Menschen damit anstecken, Gleiches zu tun“, sagt Niklas Nadolny, Diakon der Nachbarschaft Neu Wulmstorf-Elstorf. 

Der Hamburger Gabenzaun ist ein sozialer Spendenzaun am Heidi-Kabel-Platz am Hamburger Hauptbahnhof. Er steht auf öffentlichem Grund und wird vom Bezirksamt geduldet. Mit dem Verein hat Niklas Nadolny besprochen, was gebraucht wird: „Jetzt werden warme Kleidung vorwiegend für Männer und Hygieneartikel benötigt“, sagt Alina Menne. Sie ist in der Ev. Jugend Neu Wulmstorf-Elstorf aktiv und hat schon mehrfach benötigte Kleidung mit der „Freiwilligen-Hilfe-Idee“ (FH-Idee) der Berufsbildenden Schule Buxtehude zum Gabenzaun gebracht. Beide Gruppen fahren gemeinsam zum Gabenzaun. Neben Kleidung nehmen sie Hygieneartikel mit: „Die Kollekte unseres Jugendgottesdienstes ergab 90 Euro, davon haben wir etwa Zahnpasta, Toilettenpapier, Duschgel oder Shampoo gekauft“, sagt Niklas Nadolny. 

Beim Packen gibt Alina Menne Tipps und erzählt von ihren Erfahrungen am Gabenzaun. Sie weiß, dass die Jugendlichen unsicher sind, wie sie die Obdachlosen ansprechen sollen: „Zuerst weiß man nicht, was man fragen oder sagen soll. Die Obdachlosen sind rücksichtsvoll, sie kommen meist auf uns zu, freuen sich und danken uns“, sagt Alina. Nach ihren ersten Besuchen empfand es als Privileg, abends zu duschen und im warmen Haus zu essen und zu schlafen. „Da geht einem vieles durch den Kopf. Daher werden Niklas und ich nach den Besuchen mit den Jugendlichen noch sprechen und sie fragen, wie es ihnen erging.“ 

Gibt es beim Abnehmen der Tüten Drängeleien, dann schreiten Zaunhelfer ein. „Ich kann es verstehen, es geht ums Überleben für diese Menschen im kalten Winter. Wer bekommt feste Schuhe, wer die dicke Jacke?“, sagt Alina Menne. Erschreckt haben sie die abwertenden Blicke mancher Passanten. „Die guckten uns mitleidig an, so als könnten sie sich nicht vorstellen, dass Jugendliche Obdachlosen helfen.“ Niklas Nadolny hofft, dass auch Jugendliche anderer Kirchengemeinden sich diese oder ähnliche Hilfsaktionen suchen. „Im Vorgespräch zu unserer Aktion sagten die Jugendlichen, dass Jesus ein Vorbild für sie sei. Er hatte auch Menschen am Rande der Gesellschaft geholfen. Das ist ihre Motivation“, sagt Niklas Nadolny.

Text. C.Wöhling

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Diakon Niklas Nadolny, Cata Cocciolone, Alina Menne und Simon Hintze vor der Elstorfer Nicolaikirche. Niklas hält die Urkunde in der Hand, vor ihnen steht die Trophäe. Cata, Alina und Simon halten Fotos von Jugendlichen in der Hand, die bei der „Liebesattacke“ dabei waren und auch zum Fototermin kommen wollten, aber derzeit in Quarantäne sind. Foto: N. Nadolny
Diakon Niklas Nadolny, Cata Cocciolone, Alina Menne und Simon Hintze (vlnr) vor der Elstorfer Nicolaikirche. Niklas hält die Urkunde in der Hand, vor ihnen steht die Trophäe. Cata, Alina und Simon halten Fotos von Jugendlichen in der Hand, die bei der „Liebesattacke“ dabei waren und auch zum Fototermin kommen wollten, aber derzeit in Quarantäne sind. Foto: N. Nadolny