Dorothea Blaffert verabschiedet sich aus Klecken

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Nach 26 Jahren in Klecken wird Pastorin Dorothea Blaffert am Sonntag, 27. Juni, im Gottesdienst von Superintendent Dirk Jäger aus ihrem Amt entpflichtet.

26 Jahre war Dorothea Blaffert Pastorin in Klecken. Ende Juli geht sie in den Ruhestand. „Als Pastorin werden uns Lebensveränderungen mit auf den Weg gegeben. Das ist emotional nicht immer leicht, aber ein richtiger Prozess“, sagt die 65-jährige Theologin. Am Sonntag, 27. Juni, wird sie im Gottesdienst von Superintendent Dirk Jäger aus ihrem Amt entpflichtet. Aufgrund der derzeitigen Corona-Vorgaben wurde nur eine begrenzte Anzahl von Personen eingeladen. (Achten Sie aber auf aktuelle Informationen auf der Internetseite der Ev.-luth. Kirchengemeinde Rosengarten zu den dann geltenden Regeln für Gottesdienste.)

Dorothea Blaffert hat in Tübingen Theologie studiert, ihr Vikariat in Hamburg absolviert und in der Ev.-luth. Bugenhagenkirchengemeinde in Barmbek gearbeitet. Als sie mit ihrem zweiten Sohn Jakob schwanger war, gab es keine halben Pastoren-Stellen, daher ließ sie sich ins Ehrenamt ordinieren. Mit zwei kleinen Kindern wollte sie keine ganze Stelle übernehmen. Die Familie zog nach Klecken, und Dorothea Blaffert arbeitete weiter im Ehrenamt in der Thomaskirchengemeinde, später übernahm sie eine halbe Stelle. Mit ihrem Mann eröffnete sie in Buchholz das Spielwarengeschäft „Spielhörnchen“: „Es gibt nichts Schöneres, als ein Spielwarengeschäft einzurichten und Spiele und Kinderbücher auszusuchen. Jedes Jahr fuhren wir zur Spielwarenmesse nach Nürnberg und meine Seele hat sich austoben dürfen“, sagt Dorothea Blaffert. Später trennte sich das Ehepaar und verkaufte das Geschäft.

In Klecken war es ihr immer wichtig, die Gemeinde zu vergrößern. „1999 haben wir den Dachboden des Gemeindehauses ausgebaut, um Räume für die Offene Jugendarbeit einzurichten, deren Träger wir wurden. Ich habe solche Veränderungen immer als Chance verstanden, die die Gemeinde bereichert.“ Heute ist die Offene Jugendarbeit Rosengarten mit drei Jugendzentren in Nenndorf, Vahrendorf und Klecken und anderthalb Diakonenstellen sehr gut aufgestellt. 2017 fusionierten die Kirchengemeinden Nenndorf und Klecken zur Kirchengemeinde Rosengarten. „Die Gemeinden passen gut zusammen und durch die größere Gemeinde Rosengarten konnte auch der Standort Klecken bestehen bleiben. Der Erfolg gibt uns recht, die Gemeinden arbeiten kreativ und harmonisch zusammen und kommen gut voran.“

Inhaltlich hat sie gern experimentiert und Angebote nach Zielgruppen ausgerichtet. „Ich habe mir immer überlegt, wen ich wie erreichen will. Und dann entstanden daraus ganz lebendige Angebote.“ Es gab Gottesdienste für Geburtstagskinder, Sommersonnenwende-Gottesdienste mit schwedischen Liedern, Männergottesdienste oder Literaturgottesdienste. „Alles geht nur über Emotionen. Die Menschen wollen lachen, weinen und mitgenommen werden, das geht nur über Gefühle.“ Sie ist dankbar, dass der Kirchenvorstand sie bei allem immer bestärkt und unterstützt hat. 

Im Ev.-luth. Kirchenkreis Hittfeld war sie lange Jahre stellvertretende Superintendentin, Mitglied im Diakonievorstand und Diakoniebeauftragte des Kirchenkreises. Die diakonische Arbeit war ihr immer eine Herzensangelegenheit. Dorothea Blaffert ist Vorsitzende im Verein „Gewalt Überwinden e.V“ und hat sich dafür eingesetzt, dass die BISS (Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt im Landkreis Harburg) und die Beratungsstelle für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen im Landkreis Harburg eingerichtet wurden. Superintendent Dirk Jäger lässt seine engagierte Kollegin nur ungern in den Ruhestand ziehen: „Dorothea Blaffert war ein Segen für den Kirchenkreis und auch für mich persönlich eine unglaublich hilfreiche und wertvolle Ratgeberin – wir werden sie sehr vermissen.“

„Der Abschied fällt mir schon schwer, 26 Jahre sind eine lange Zeit, das sind viele Erinnerungen, viele Beziehungen zu den Menschen hier. Meine drei Söhne sind hier aufgewachsen, das bedeutet mir viel.“ Anfang August zieht sie nach Laboe, dort wohnen ihre Mutter und ihre Geschwister, eine Lebensveränderung, die sie positiv annimmt. „Ich freue mich darauf, wieder am Meer zu leben. Ich bin Gott dankbar, dass manche Wünsche in Erfüllung gehen.“

BU. Pastorin Dorothea Blaffert vor der Thomaskirche in Klecken. Foto: C. Wöhling

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Pastorin Dorothea Blaffert vor der Thomaskirche in Klecken. Foto: C. Wöhling
Pastorin Dorothea Blaffert vor der Thomaskirche in Klecken. Foto: C. Wöhling