Vorstellung Lutherjahr im Buxtehuder Tageblatt vom 5.1.17

Aus dem Buxtehuder Tagesblatt (Claudia Michaelis)

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Mitmachen und Mit dabei sein

Zur Erinnerung zuerst: Vor 500 Jahren hat Martin Luther mit seinem Thesenanschlag den Startschuss zu einer grundlegenden Reform der Kirche legen wollen.
Nach einem Jahre währenden inneren Ringen, nach theologischem Forschen und intensiver Bibellektüre ging er mit seinen 95 Thesen an die Öffentlichkeit. Es ist anders gekommen, als er es sich wünschte: Weil sich die Kirche nicht in seinem Sinne reformieren und strukturell erneuern wollte, kam es zu einer - von ihm als schmerzhaft empfundenen - Kirchenspaltung, zur Gründung der evangelischen Kirche. Damit ist verbunden - und das ist die zweite Einladung -, dass das Reformationsjubiläum gefeiert wird. Luther hat das Evangelium wieder entdeckt, so lautet die klassische Antwort auf die Frage nach seiner Bedeutung. Ein Befreiungserlebnis hat er sich in seinem Bibellesen erarbeitet, nämlich die gute Nachricht Gottes für den Menschen, der in seinem Leben und Sterben so schrecklich ungewiss, so hin und her geworfen ist, dass ihn allein die zugesagte und unverdiente Nähe Gottes aus diesem Strudel befreien kann.
Reformation ist Aufbruch aus menschlicher Enge unter den weiten Himmel Gottes, ist frischer Wind für Menschen, die in muffigen Seelenkellern hocken - und das ist in der Tat guter Grund zum Feiern. Bloße Erinnerung ohne Gegenwartsrelevanz ist langweilig; reines Feiern droht, inhaltsleer zu werden; darum die dritte Einladung: zum Mitdenken: Auf die Inhalte, die sich mit dem Reformationsjubiläum verbinden, kommt es an und auf die Frage, wie unser modernes Denken und Empfinden sich mit diesen Inhalten zusammenreimt.
Alle für das Jubiläumsjahr geplanten Veranstaltungen, die Sie in diesem Heft finden, wollen zum Nachdenken anregen, was die evangelische Kirche von ihren Anfängen und in ihrem innersten Kern ausmacht. Diese Einladung zum Mitdenken ist gut evangelisch. Denn Luthers Lehre vom allgemeinen Priestertum der Glaubenden und Getauften bedeutet - neudeutsch gesprochen - eine permanente Teilhabe aller an den kirchlichen Themen und Belangen. Die Kirche soll nicht mehr aus Klerikern und Laien bestehen. Durch die Taufe hat Gott vielmehr jeden Christen in gleicher Weise qualifiziert.
Die Auswirkungen dieser Grundentscheidung bewegen uns - zum Glück! - bis heute: An der Wahl der Pastoren waren und sind "Laien" kraft des allgemeinen Priestertums beteiligt. "Laien", wir sagen mittlerweile: Ehrenamtliche, leiten die Kirche, auch unsere Lutherkirche. So steht Luthers Theologie für eine Kirche, in der alle dieselben Rechte (und Pflichten!) haben, in der alle mitmachen können (und sollen!), in der den "Hauptamtlichen", den Popen und Superintendenten, den Theologieprofessoren und Kirchenfunktionären, immer wieder Grenzen aufgezeigt werden. Gut so! Darum sind Sie alle eingeladen: die Glaubenden und die Zweifelnden, die Kirchennahen und Kirchendistanzierten, unsere Veranstaltungen zu besuchen, um sich zu erinnern, um zu feiern und um mitzudenken, was die Gedanken dieses Mannes für die Kirche und für Ihr eigenes Leben bedeuten.

Herzlich willkommen!


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