25.06.2017 20:38 Alter: 26 days
Kategorie: Allgemeines

Das Leben wird vorwärts gelebt: Pastor Bernd Abesser geht in den Ruhestand


Pastor Bernd Abesser vor der Meckelfelder Kirche.

"Das Leben wird vorwärts gelebt", sagt Pastor Bernd Abesser aus Meckelfeld. Diesen positiven Blick in die Zukunft wünscht er auch den Meckelfeldern: "Dass sie die Schönheit des Glaubens entdecken und erkennen, dass sich Kirche verändert und dass das gut ist", so Abesser. Der 63-jährige Pastor war fast zehn Jahre Pastor in Meckelfeld und geht Ende Juni in den Ruhestand. "Es war eine schöne Zeit in Meckelfeld mit einer großen Vielfalt menschlicher Begegnungen, die Menschen sind mir mit so viel Vertrauen und Offenheit begegnet, dafür bin ich sehr dankbar." Er wird am Sonntag, 2. Juli, um 10.30 Uhr im Gottesdienst der Sommerkirche in der Meckelfelder Kirche verabschiedet. Nach dem Gottesdienst sind alle Besucher zum Empfang geladen.

Den Verabschiedungs-Gottesdienst halten Pastor Bernd Abesser und Pastor Peter M. Schwarz gemeinsam: "Wir hatten ein tolles kollegiales Verhältnis, von gegenseitigem Vertrauen und Loyalität geprägt. Wir haben unsere Unterschiedlichkeit als Ergänzung begriffen, das war vielleicht ein Glücksfall für Meckelfeld", sagt Abesser. Musikalisch lagen sie auf einer Wellenlänge und sorgten mit Schlagern, Folk oder Volksliedern als "Zwo Pastöre" nicht nur beim zünftigen Reformationsabend mit Bier und Schmalzbroten für gute Stimmung. "Mit Bernd Abesser hatte ich einen echten Teamplayer, ich hatte immer das Gefühl, wir stehen füreinander ein und sind aus Pflicht und Freude im Pfarramt. Wir mussten uns nichts beweisen, konkurrierten nicht. Er war ein guter geistlicher Bruder und wir beide zwei gut "ausgependelte" Männer", schmunzelt Schwarz.

Viele erfolgreiche Projekte hat Abesser in Meckelfeld ins Leben gerufen: Mit Daniel Kiwitt konzipierte er den Meckelfelder Adventskalender, der in diesem Jahr zum zehnten Mal aufgelegt wird und in jedem Jahr schnell vergriffen ist. Mit Barbara Derboven gründete er den FilmKlub, dessen Fangemeinde sich regelmäßig zu guten Filmen im Familienzentrum trifft. Mit Brigitte Sonnenberger stellte er die Öffentlichkeitsarbeit und die Homepage erfolgreich neu auf. Im Team mit Bettina von Gierke und Elke Hankotius stellte er den Gemeindebrief zusammen, und mit Elke Koppermann gründete er die "Kaffee-Zeit. "Es ist schön, dass die Dinge so gut laufen, unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter haben alles gut im Griff."

Vor seiner Meckelfelder Zeit war er Berufsschulpastor in Peine, Stadtjugendpastor in Hannover und Dozent am Religionspädagogischen Institut in Loccum. 2007 übernahm er dann seine erste Stelle als Gemeindepastor in Meckelfeld. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Seniorenarbeit sowie der Besuchsdienst: "Im Besuchsdienst wie an vielen Stellen in der Kirche steht ein Generationswechsel an. Kirche verändert sich und wird nicht mehr so sein wie früher." In diesem Sinne wird sein Lieblingsspruch aus der Bibel Thema des Abschiedsgottesdienstes sein: "Wer die Hand an den Pflug legt und schaut zurück, ist nicht geschickt für das Reich Gottes."(aus dem Lucas-Evangelium)

Ende Juni ziehen Bernd Abesser und seine Frau Dr. Bärbel Husmann, die ihren Schuldienst als stellvertretende Schulleiterin am Gymnasium Meckelfeld ebenfalls beendet, nach Hannover, dort leben Familie und Freunde. Mit dem positiven Blick nach vorn plant Abesser seinen Ruhestand: "Ich werde wieder Saxophon spielen, im Garten Kräuter und Gemüse anpflanzen, im Kochen noch besser werden, eine Modell-Eisenbahnanlage bauen und mit meiner Frau verreisen", sagt Abesser. Mit einem kurzen Blick zurück weiß er auch, was er vermissen wird: "Die großen Festgottesdienste mit den Chören, die Konfirmandenfreizeiten an der Schlei, aber auch die wohltuende Erschöpfung nach zweistündigem Rasenmähen im Pfarrgarten", schmunzelt Abesser, der seine humorvolle Art als Gottesgeschenk sieht. "Pastor einer Gemeinde zu sein, hat mir viel Spaß gemacht. Man ist Teil des öffentlichen Lebens und das war ich gern. Vermissen werde ich wohl auch den Klönschnack am Freitag auf dem Markt mit den Standleuten und der halben Gemeinde." Genug zurückgeschaut: "Der Blick zurück ist das eine, aber was einem Kraft gibt, kommt eher von vorn", sagt Abesser.

Zur Info: Der Kirchenvorstand hat sich bereits für einen Nachfolger entschieden: Pastor Henning Seiffert hat am Sonntag, 11. Juni, seine Aufstellungspredigt gehalten. Die Gemeinde hatte anschließend das Recht, innerhalb von einer Woche Einsprüche einzulegen. Dies ist nicht der Fall gewesen. Daher wird Pastor Seiffert im Herbst in Meckelfeld beginnen, das genaue Datum ist noch offen.