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Kinder aus Weißrussland sind Gäste in unserem Kirchenkreis



Wiktoria (von links), Anna, Wladislawa und Valeria bei ihrem Besuch im Kirchenkreis.

In jedem Jahr lädt die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannover Kinder aus Weißrussland zu einem vierwöchigen Ferienaufenthalt in ihre Kirchengemeinden ein. Seit 1991 organisiert die Landeskirche diese Erholungsurlaube für strahlengeschädigte Kinder der aus der vom Reaktorunglück in Tschernobyl besonders betroffenen Region Gomel. Seit Beginn dieser Aktion nimmt auch der Kirchenkreis Hittfeld Mädchen und Jungen aus Gomel auf und organisiert den Aufenthalt der Kinder bei Gasteltern sowie das Programm vor Ort. Für den Kirchenkreis koordiniert Pastor Fulko Steinhausen aus Hollenstedt den Besuch der Kinder.

In diesem Jahr kommen 32 Kinder mit Begleitung aus Weißrussland in unseren Kirchenkreis. "Darunter ist eine Mutter mit einem kleinen Kind, die selbst vor vielen Jahren als Mädchen in unserem Kirchenkreis zu Gast war", sagt Pastor Fulko Steinhausen. Vom 27. Mai bis 24. Juni 2009 sind die Gastkinder im Alter von acht bis zwölf Jahren mit Dolmetschern zu Besuch, um sich hier ein wenig zu erholen. Auch in diesem Jahr haben sich wieder Gasteltern gefunden, die den Kindern für vier Wochen ein "zu Hause" anbieten. "Neben den Gasteltern der Vorjahre haben wir vier neue Gastelternpaare gewonnen, die Bereitschaft zu helfen, ist sehr groß", freut sich Pastor Steinhausen. 

Von früheren Besuchen weiß Pastor Steinhausen: „Die Kinder haben oft nicht viel dabei, und in ihren kleinen Koffern bringen sie dann noch kleine selbst gebastelte Geschenke für ihre Gasteltern mit." Viele Gastfamilien nehmen schon zum zweiten oder dritten Mal Kinder aus Gomel auf, und sie empfinden es immer wieder als große Bereicherung für ihr Familienleben, weiß Pastor Steinhausen. In der Regel nehmen Gastfamilien gleich zwei Kinder auf: „Dies ist für die Kinder besser, da sie sich auf diese Weise in ihrer Muttersprache unterhalten können und sich am Anfang nicht so allein fühlen. Und auch für die Gasteltern ist es eine Entlastung, da die Kinder miteinander spielen können“, sagt Steinhausen. Die Verständigung bereitet in aller Regel keine Probleme. Das meiste geht „mit Händen und Füßen“. Falls nötig, kommen die Dolmetscherinnen in die Familien, um zu helfen.  

Der Kirchenkreis Hittfeld bietet den Kindern ein wohldosiertes Ferienprogramm, schließlich sollen sie sich erholen. "Es ist nicht nötig, dass Gasteltern selbst noch Ausflüge planen, sie sind aber eingeladen, an den gemeinschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen“, sagt Pastor Steinhausen. So werden die Gastkinder in diesem Jahr für eine Woche auf eine Freizeit nach Büsum fahren, damit auch die Gasteltern entlastet werden. Ausflüge und Veranstaltungen werden von Mitarbeitern des Kirchenkreises Hittfeld begleitet: "Wir fahren in den Serengeti-Park, machen eine Hafenrundfahrt und vieles mehr", sagt Pastor Steinhausen.            

Alle Kinder werden vor der Abreise ärztlich untersucht und sind nicht akut krank. Allerdings ist das Immunsystem vieler Kinder geschwächt. Für alle eingeladenen Kinder besteht eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung durch die Hannoversche Landeskirche.

Wer im nächsten Jahr Kinder aus Gomel bei sich aufnehmen möchte, melde sich bitte bei Pastor Fulko Steinhausen, Tel. 04165-80554 oder unter Steinhausen(at)kirche-hollenstedt.de

Um den Kindern den gesundheitlich wichtigen Aufenthalt am Meer zu ermöglichen und auch im nächsten Jahr die Tschernobyl-Aktion durchführen zu können, ist der Kirchenkreis Hittfeld dringend auf Spenden angewiesen. Wer den Ferienaufenthalt der Kinder unterstützen möchte, kann einen Betrag auf das 

Spenden-Konto Nr. 700 66 12 bei der Kreissparkasse Buxtehude, BLZ 207 500 00,
Stichwort: Ferienaktion Kinder aus Weißrussland überweisen.

 

Weitere Informationen: Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft "Hilfe für Tschernobyl-Kinder", Tel. 0511/1241 -975 (Lars-Torsten Nolte) oder unter www.kirchliche-dienste.de und auch unter www.tschernobyl-hilfe.org

Die Evangelisch-Lutherische Kirche schreibt dazu unter www.evlka.de :

Auch 22 Jahre nach der Reaktorkatastrophe tragen die Ferienaufenthalte nicht nur zur Erholung der Kinder bei, sondern erinnern auch an diese „stille Katastrophe“. Nach Auskunft dortiger Ärzte kommt in Gomel nur jedes fünfte Kind gesund zu Welt. Neben der Vielzahl von Krebserkrankungen hat die Kinder- und Säuglingssterblichkeit stark zugenommen. Wissenschaftler erwarten, dass es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einen weiteren starken Anstieg von Erkrankungen geben wird.


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