Tschernobyl - 30 Jahre nach dem Unglück

Kinder aus Gomel in Büsum.

 

Der Reaktorunfall im Atomkraftwerk von Tschernobyl, nahe der ukrainischen Stadt Prypjat am 26. April 1986 erschütterte damals die Menschen in aller Welt. In diesem Jahr, 30 Jahre nach der Katastrophe, ist das radioaktive Cäsium-137 (Halbwertszeit: 30,17 Jahre) und das strahlende Strontium-90 (Halbwertszeit: 28,78 Jahre) erst zur Hälfte zerfallen. Besorgniserregend sind vor allem die weiterhin belasteten Böden und Lebensmittel, die noch auf Jahrzehnte radioaktive Partikel in den menschlichen Körper bringen werden. "Die Opfer von Tschernobyl sind noch nicht einmal alle geboren".

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen wurde ein starker Anstieg von Schilddrüsenkrebs festgestellt. Die Angst irgendwann zu erkranken ist allgegenwärtig. Die psychische Belastung vom "Leben an einem verstrahlten Ort" ist sehr belastend, gerade bei den Kindern.

 

Ferien-Aktion für Kinder aus Tschernobyl

Dem hat sich die Landeskirche Hannovers genau vor 25 Jahren angenommen. Bereits seit 1991 lädt sie Kinder aus Weißrussland ein. Jedes Jahr dürfen 30 Kinder im Alter von 9-13 Jahren vier Wochen lang im Kirchenkreis Hittfeld unsere Gäste sein und in ihren Gastfamilien eine unbeschwerte Zeit genießen, saubere Luft atmen und unbelastete Lebensmittel essen. Eine Woche in Büsum in der jodhaltigen Luft der Nordsee ist für die Gesundheit der Kinder besonders gut. Die radioaktive Belastung im Körper der Kinder nimmt messbar ab! Dieses Projekt zeigt, wie wichtig nachhaltige Hilfe ist bei allen auch anderen aktuellen Herausforderungen.

 

Im Kirchenkreis Hittfeld betreut die Tschernobyl-Kinder-Ferien-Aktion seit Beginn des Jahres 2016 Pastor Jürgen P. Stahlhut aus St. Johannis Buchholz. Annette Schaar-Becker, die im letzten Jahr mit ihrer Familie erstmalig Gasteltern waren, erzählt: "Wir hatten zwei ausgesprochen nette Mädchen zu Besuch, die sich gut in unseren Familienalltag integriert haben und dennoch jede mit ihren Eigenheiten zu einer Bereicherung geführt hat. Unsere eigenen Kinder haben sich bewusst mit "Anderssein" auseinandersetzen müssen und dürfen. Ich habe noch nie so viel Fleisch und Wurst gekauft, weil die beiden diese Ernährung von zuhause gewöhnt sind und hier nicht gern darauf verzichten wollten - aber die beiden haben auch gelernt, dass man Kartoffeln durchaus auch ohne Fleisch essen kann - das fanden sie lustig! Wir hatten viele Ausflugsziele mit den Kindern. Das war gut für die Kinder und die Gastfamilien, weil dadurch immer wieder ein Austausch möglich war und man auch immer mal wieder Rücksprache mit den Dolmetschern halten konnte. Allen, die überlegen, Gasteltern zu werden kann ich nur sagen: Einfach mal machen." Für dieses Jahr suchen wir noch ein Gastelternpaar - Sie können sich gern an Pastor Stahlhut wenden und auch Sponsoren brauchen wir immer wieder, denn die vierwöchige Aktion für Flug, Ausflüge und kleinem Honorar für die Dolmetscher kostet 10.000€ und muss aus Spenden finanziert werden. Die Kinder geben einem viel zurück!

Um den Kindern den gesundheitlich wichtigen Aufenthalt am Meer zu ermöglichen und in jedem Jahr die Tschernobyl-Aktion durchführen zu können, ist der Kirchenkreis Hittfeld dringend auf Spenden angewiesen. Wer den Ferienaufenthalt der Kinder unterstützen möchte, kann einen Betrag spenden:

Spendenkonto: DE69 2075 0000 0007 0066 12
Sparkasse Harburg-Buxtehude
Verwendungszweck: Kinder aus Weißrussland


Beauftragter der Aktion "Ferienkinder aus Weißrussland im Kirchenkreis Hittfeld":

Pastor Jürgen P. Stahlhut
Telefon: 04181 / 31763
Mobil: +49160/8340987
Mail: juergen.stahlhut(at)evlka.de