Wir stellen Ihnen das Projekt des Kirchenkreises Hittfeld für die diesjährige Spendenaktion von Brot für die Welt vor:
Argentinien: Mutig gegen Landraub
Jeder Mensch sollte Zugang zu frischem Wasser haben und sich aufgrund seiner Arbeit ausreichend ernähren können. Das ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern zugleich unsere tiefe christliche Überzeugung. Aber "jeder zweite Hungernde auf der Welt ist Kleinbauer. Wenn sie weniger Zugang zu Land und Wasser haben, wirkt sich das direkt auf die Zahl der Hungernden aus. Das Risiko ist groß, dass viele Menschen durch Landdeals noch weiter in die Armut gedrückt werden", berichtet Olivier de Schutter, UN-Sonderberichterstatter.
Das Problem: Riesige Anbauflächen werden benötigt, um nachhaltige Rohstoffe (Biodiesel, Bioehtanol, Öl) zu produzieren. Ebenso wachsen auf Feldern der dritten Welt die Futtermittel für die Tiere, die in den wohlhabenden Ländern auf den Teller kommen.
Landvergabe in neuer Dimension
Es ist nicht neu, dass ausländische Investoren Land in Entwicklungsländern kaufen oder pachten, um auf diesen Plantagen industrielle Landwirtschaft zu betreiben. In den letzten jahren hat Landnahme in den Entwicklungsländern aber eine solch rasche Entwicklung genommen, dass ein neuer Begriff entstand: "Land Grabbing", auf Deutsch Landraub. In den Jahren 2006 bis 2009 wurden nach Schätzungen zwischen 22 und 50 Millionen Hektar Land an Investoren vergeben. Das ist ein Viertel der Ackerfläche der Europäischen Union. Beim Land Grabbing eigenen sich einheimische oder ausländische Konzerne riesige Landflächen durch Pacht oder Kauf an. Das Land dient dem industriellen Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln sowie Energiepflanzen, deren Erträge für den Export bestimmt sind. In Argentinien beispielsweise hat China Ende 2010 mit einem seiner staatlichen Konzerne 247.000 Hektar Land für den Anbau und Export von Soja und Weizen für 20 Jahre gepachtet. (www.farmland-grab.org)
Im Zuge von Land Grabbing kommt es zu Menschenrechtsverletzungen: Menschen werden umgesiedelt, ohne irgendeine Kompensation zu erhalten. Wenn es überhaupt einen Ausgleich gibt, ist er zu gering oder kommt bei den Betroffenen nicht an, versickert bei bestochenen Regierungsmitgliedern. Oft werden Menschen mit Gewalt von ihrem Land vertrieben, wenn sie gegen die Umsiedlung protestieren. Fast immer heißt Umsiedlung Vertreibung und Verlust der Heimat und Lebensgrundlage. Der Zugang zu Land und Wasser ist essentiell für die Sicherung ihrer Ernährung und ihres Überlebens.
Das Motto unserer diesjährigen Brot-für-die-Welt-Aktion heißt: "Niemand isst für sich allein. Mutig gegen Landraub."
Als Beispiel haben wir Argentinien gewählt: Im Chaco machen skrupellose Vertreter des Agrobusiness den indigenen Völkern ihr Land streitig. Mit Hilfe moderner Geoinformationssysteme und engagierter Lobbyarbeit verhilft die Organisation ASOCIANA den Indigenen zu ihrem Recht. Brot für die Welt unterstützt sie dabei. Und wir unterstützen Brot für die Welt.
Weitere Informationen unter www.brot-fuer-die-welt.de
Land und Wasser sind lebenswichtig. Beide Güter sind knapp. Jeder Mensch sollte Zugang zu frischem Wasser haben und sich aufgrund seiner Arbeit ausreichend ernähren können.
Text: Bernhard Kuhlmann, Pastor in Hittfeld
Fotos: Florian Kopp
Wenn Sie etwas für die Aktion spenden möchten, können Sie das gern tun:
Kirchenkreisamt Winsen
Zweck "Brot für die Welt"
Konto Nr. 700 66 12
BLZ 207 500 00 bei der Sparkasse Harburg Buxtehude