Predigt zum Heiligabend am 24. Dezember 2015
Pastorin Brigitte Bittermann

Liebe Gemeinde an Heiligabend,
der Chor der Engel über den Feldern Bethlehems lässt mich in diesem Jahr ehrlich gesagt etwas ratlos zurück. Ich meine dabei nicht die Ankündigung an die Hirten, dass der Retter der Welt geboren sei. Ich meine den Schlusschoral der himmlischen Heerscharen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“

„Und Frieden auf Erden“.
Irgendwie klappt das ja nicht mit dem Frieden auf dieser Welt. Und seit 2000 Jahren, seit dem Gesang der Engel über den Feldern Bethlehems, hat sich daran nichts Wesentliches geändert – im Großen nicht und im Kleinen auch nicht. Ich habe den Überblick darüber verloren, wie viele Kriege zur Zeit international geführt werden. Es sind auf jeden Fall zu viele. Auch in Europa ist die Bedrohungslage angespannt. Wir haben unsere Waffensysteme in Stellung gebracht unter dem Vorwand der Hilfsbereitschaft. Sind wir im Krieg? Die vom Krieg betroffenen zumindest haben ihren Weg zu uns gefunden und suchen Schutz.

„Und Frieden auf Erden“.
Es gäbe viel zu sagen zu diesem Thema. Es wird viel darüber diskutiert, ob Krieg Frieden bringen kann, ob Gewalt Sicherheit schafft, ob Macht zum Recht verhelfen kann. Die wenigsten von uns kennen alle wichtigen Fakten, um die Situation wirklich beurteilen zu können, die Lage ist unübersichtlich – verständlicherweise. Es geht um unser Leben und das Leben der anderen. Wir stecken fest in Angst und Unsicherheit.

„Und Frieden auf Erden“.
Ich möchte nun den Versuch machen, mich diesem Thema einmal anders zu nähern – so, dass wir aus dem Gefühl der Ohnmacht heraustreten und wieder handlungsfähig sein können. Dazu brauche ich Ihre Hilfe.
Überall in der Kirche sind grüne Karten verteilt. Wer eine in seiner Nähe hat, halte sie doch bitte einmal hoch. Sie finden darauf z. T. interessante Schriftzeichen, das ein oder andere ist auch lesbar, anderes sogar verstehbar. Mag jemand den Text auf seiner Karte einmal laut lesen? …
Alle Schilder haben in unterschiedlichen Sprachen die gleiche Aussage: stell dir vor: Frieden. Stell dir vor: alle Menschen leben unter gerechten Strukturen und die Güter zum Leben sind gleichmäßig verteilt. Stel dir vor: Profit- und Machtgier ist international geächtet. Stell dir vor: Klima und Umwelt werden konsequent geschützt. Stell dir vor: die unterschiedlichen Religionen sprechen auf Augenhöhe miteinander. Stell dir vor: Waffenexporte werden eingestellt und Konflikte ohne Gewalt gelöst. Stell dir vor: Frieden.
Gestatten Sie sich, vom Frieden zu träumen, ohne sich gleich zu beschränken durch sicherlich stichhaltige Argumente, warum das alles nicht geht und man sich so viel Naivität nicht leisten könne. Geben sie einen Moment ihrer Sehnsucht Raum: Frieden auf Erden und halten sie das Gefühl fest, das zu diesem Traum gehört ...

Stell dir vor – Imagine
Ich möchte mit ihnen zusammen dieses Lied von John Lennon hören …
„Stell dir vor, all die Leute lebten ihr Leben in Frieden; stell dir vor, all die Menschen, sie teilen sich die Welt, einfach so.“
Es sind die inneren Vorstellungen, die unser Leben und unser Tun beeinflussen. Es ist unsere innere Haltung, die sich in unserem Leben nach außen zeigt. „Auch wenn andere sagen, ich sein ein Träumer. Aber ich bin nicht der Einzige. Und ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein.“ Es sind die inneren Vorstellungen, die die Realität übersteigen, zu denen uns das Kind in der Krippe anleiten und ermutigen will.

„Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens“. Lasst uns dazu gehören zu den Menschen, die sich das vorstellen können und sagen:

„Ich will nicht glauben
an das Recht des Stärkeren,
an die Sprache der Waffen,
an die Macht der Mächtigen.

Aber ich glaube
an das Recht der Menschen,
an die offene Hand,
an die Kraft der Gewaltlosigkeit.

Ich will nicht glauben,
dass Krieg unvermeidbar ist
und Friede nicht zu machen.

Doch ich glaube
an die kleine Tat,
an die Macht der Güte,
an Frieden auf Erden.

Ich glaube
an den neuen Menschen,
an Gottes ureigenen Traum“
vom Frieden auf Erden.

Amen
18.11.2017 14:46

Freude in St. Johannis: Kulturkirche erhält Förderung in Höhe von 200.000 Euro

Große Freude in der Buchholzer St. Johanniskirche: Die Kulturkirche erhält in den nächsten vier...


Kat: Allgemeines
17.11.2017 15:26

Ein Raum nur für Jugendliche - der Bauwagen in Heidenau

"Ev. Jugend" steht bunt und unübersehbar auf dem Bauwagen. "Das ist jetzt unser...


Kat: Allgemeines
17.11.2017 15:21

Dr. Helmut Teller ist neuer Chefarzt am Ev. Krankenhaus Ginsterhof

"Heute ist der Tag der Toleranz, der Tag der Philosophie und der Tag des Knopfes. Keine...


Kat: Allgemeines
17.11.2017 10:54

Andachten, Lesung und Gottesdienste am Buß- und Bettag

Am Buß- und Bettag, Mittwoch, 22. November, laden die Kirchengemeinden des Kirchenkreises...


Kat: Allgemeines
13.11.2017 09:09

Sanfte Songs mit Jazz und Soul: Stephanie Hundertmark in Handeloh

Die Sängerin und Songschreiberin Stephanie Hundertmark stellt zusammen mit Ihrer fünfköpfigen...


Kat: Allgemeines
zum Archiv ->