Liebe Gemeinde,nun schreibe ich Ihnen den letzten Gemeindebrief, das letzte Mal. Wie das beim 1. Mal war, das haben Sie schon auf der 1. Seite gelesen. Ein Brief aus dem Jahre 1976 an meine 1. Gemeinde in Salzhemmendorf.
Wenn man etwas zum letzten Mal tut, dann sieht man gerne nach, wie das bei ersten Mal war. Und das fand ich ganz gut! Wenn man Abschied nimmt schaut man auf den Anfang und auf das, was davor war. "Was machen Sie denn im Ruhestand?" - "Ich weiß es noch nicht". Aber im Rückblick auf die Zeit vor dem Beruf, da liegt die Zeit des Studierens (67 - 73) und davor die Zeit im Posaunenchor und im Jugendkreis (64 - 67) der Kirchengemeinde Schnega (Krs. Lüchow-Dbg). Das waren über Familie und Schule hinaus wichtige Prägungen, die auch in den Berufsjahren nie ganz verschwunden sind. Jetzt werden aus den Erinnerungen neue Möglich- keiten.... ein Instrument spielen ....studieren.... in einem Altenkreis reden und hören... Soscheint am Ende etwas vom Anfang auf, beim letzten Mal etwas vom ersten Mal.
Jesus verbindet die Ersten und die Letzten, wenn er im Evangelium sagt:"So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein." (Mt20,16). Wer in der Gemeinde der Erste sein will, soll bereit sein, allen zu dienen - und sich so von den Herrschern in der Welt unterscheiden. (Mk10,42). Jesus hat dafür ein Beispiel gegeben als der den Jüngern - wie ein Sklave - die Füße wusch. Sie werden wie die Vornehmsten behandelt und handeln als solche weiter wie Jesus. Dann entsteht Gemeinde, das sind Leute, die in ihren Positionen nicht verharren müssen, sie nicht verteidigen oder erkämpfen müssen. Sie sind alt oder jung, am Anfang oder am Ende, die Ersten oder die Letzten. Hauptsache sie sind mit Ihm verbunden, im Wort und im Mahl, das immer wieder aus Letzten Erste macht. Die Bibel beschreibt unseren Status als Kinder oder Erben oder Hausgenossen. Wirsind also immer mehr als wir wollen und aus uns machen können. Auch können wir uns nicht entscheiden, ob wir Kind oder Erbe sein wollen.
Am Ende, liebe Gemeinde, wünsche ich Euch /Ihnen weiterhin diese Erfahrung des anfangenden Lebens im Glauben an den dreieinigen Gott. Er segne und behüte die kleine, feine Kirche in Bendestorf. Und ich sage Ihnen"danke" für eine weite und reiche Lebensstrecke!
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