Der Kirchenvorstand macht eine "Waldbegehung" oder
"He's got the whole world in his hand"

(von Renate Prollius)

Was hat die Kirche denn mit Wald zu tun? fragte mich ein Freund. Ja, ganz einfach: Die Kirche besitzt ja Land und Grundeigentum und eben auch ein paar Waldstücke, für die Kirchengemeinde sind es insgesamt 12 ha. Dieses Eigentum wollte der KV nun mal selber in Augenschein nehmen.

Am 1. Juni bei leicht bedecktem Wetter und mit Vorfreude auf Frischluft und Neuigkeiten machten wir uns auf den Weg in "unseren Wald". Wir, das waren die Mitglieder vom alten und neuen KV mit P.Heitmann. Verabredet waren wir mit Förster Arne Holst und Tobias Wicknus. Letzterer ist im Kirchenkreisamt Winsen zuständig für die Verwaltung der "Liegenschaften".

Die Waldstücke liegen zwischen Handstedt und Ollsen. Vor ca. 15 Jahren ist der KV in diesem Wald schon tätig gewesen und hat in einer schönen Aktion mit Konfirmanden und einer4. Klasse junge Laubbäume gepflanzt. Ob P. Heitmann den Baum gefunden hat, den er selbst gepflanzt hat, hat er uns nicht verraten! Diese Bäume haben sich gut entwickelt, brauchen keine Schutzzäune mehr (gegen Verbiss) und sind nun schon 10-15 m groß. Sie sorgen dafür, dass aus diesem Nadelwald ein Mischwald wird. Das soll Raum geben für mehr Artenvielfalt anstelle der Monokultur. Es soll dort auch Rehe, Wildschweine, Hasen, Dachse und sogar Waschbären geben...

Der Förster Arne Holst erklärte uns, wie die Bäume miteinander wachsen und um Licht und Wasser konkurrieren, welche mit wenig Licht und Wasser auskommen, welche schneller wachsen und wie diese ganz natürliche Auslese im Wald geschieht. Nur wenige Eingriffe sind nötig, um das Eine oder Andere zu begünstigen oder zu begrenzen. Es machte viel Freude zu erleben, mit wie viel Sachverstand und Begeisterung Förster Holst uns durch "unseren" Wald führte.

Im Wald stoßen viele Interessen aufeinander: Zunächst sind da die Pflanzen und Tiere, dann die Holzwirtschaft, die Naturschützer, die Jäger, die Spaziergänger und die Reiter. Alle haben sie verschiedene Erwartungen an das, was der Wald für sie sein soll, und das ist nicht immer vereinbar.

Also ist es sogar im Wald, wo man denkt, da passiert doch nichts, genauso wie im richtigen Leben ;-) Uns schwirrte bald der Kopf von all den Themen: Bewirtschaftung, Forstverwaltung, Zuständigkeiten, Artenscbutz, Wege- und Jagdrechte, Verträge, Flora und Fauna!

Aber beim Wald kommt noch etwas hinzu: Ein Wald überdauert uns alle, ein Baum steht meistens mehrere Generationen. Das Leben eines Menschen relativiert sich drastisch, es gibt größere, längere Lebensspannen. So hilft uns der Wald, zu erleben, dass wir eben kleine Teile eines großen Ganzen sind und dass das Leben nach uns weiter geht und vor uns schon da war. Und auch so erklärt sich, was Kirche mit Wald zu tun hat.

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